Ein Weg der Heilung

Warum gerade jetzt, die Schokolade essen müssen

Umgang mit negativen und unheilsamen Gefühlen

Entstehen

Leid und Leiden passen so gar nicht in unsere Glück-Glück-Welt, in der es vor- rangig um Erfolg, Glücklichsein, Selbstver- wirklichung, Sich-Ausleben und Konsum ohne Grenzen geht. Dabei sind Leid und Leiden allgegenwärtig, sodass es Sinn machen könnte, sich darum zu kümmern.

Die Ursachen von Leid sind vielfältig: Gier, Hass, Verblendung, Ablehnung, Verlangen, Verstrickung, Wut, Neid, Zweifel, Sucht und Furcht. Bei tiefer Betrachtung sind es Anhaftung und letztendlich Unwissenheit – so lehrt es der Buddhismus, ebenso wie den Weg zur Heilung über das Mitgefühl und Herz.

    Ich lehre nur eins, nur das allein,
    Leiden und das Ende des Leidens.
    (Buddha)

Das Leid in unser Wohnzimmer einladen

Zen-Meister Thich Nhat Hanh sagt sinngemäß, dass wir uns um unser Leid kümmern sollten, wie eine Mutter um ihr weinendes Kind, das sie bedingungslos liebevoll in ihren Armen hält. Wir sollten, so Thich Nhat Hanh weiter, unser Leid aus dem Keller in unser Wohnzimmer einladen, statt TV zu gucken, aus dem Haus zu gehen, uns mit anderen Menschen zur Party treffen oder anderen Aktivitäten der Ablenkung nachgehen. – Kümmern wir uns um unser Leid, so nehmen wir den Ursachen des Leidens schon deren oft gewaltige Wirkung.

Die gewaltige Mischung des Lebens

Der Zen-Meister Hinnerk Polenski erklärt es in seinem Vortrag „Der Umgang mit negativen und unheilsamen Gefühlen“ etwas unverblümter. Wir sind diesem Leben ausgesetzt zwischen Kraft und Vitalität, Freude, Lust und Leben auf der einen Seite sowie auf der anderen Seite Krankheiten, Misserfolgen, dem Erleben von Vergänglichkeit, Alter, Sterben und Tod.

Dies vermengt sich im Laufe der Lebenszeit zu einer Mischung, aus der wir kaum mehr erahnen können, was uns in aktuellen Lebenssituationen eigentlich wirklich antreibt, dies oder das zu fühlen, dies oder das zu tun, so oder so zu reagieren … Warum wir gerade jetzt die Schokolade essen müssen oder Wut fühlen oder Ablehnung.

Negative Gefühle schließlich umwandeln

Die nachfolgende Belehrung von Hinnerk Polenski zeigt, mit welcher Wucht negative Gefühle in uns einschlagen können und warum es nicht leicht ist, mit ihnen umzugehen und warum es wenig Sinn macht, diese negativen Gefühle zu unterdrücken. Weil sie nämlich an anderer Stelle, in anderen Situationen wieder auftauchen werden.

In mehreren Schritten, mit entsprechenden Übungen können wir aber lernen, mit negativen Gefühlen umzugehen, ihnen die Wucht zu nehmen, um sie schließlich zu transformieren in die (nach den Lehren des Buddha) absoluten Gefühle Furchtlosigkeit, Freude und Mitgefühl.

Kein leichter Weg – Den ersten Schritt gehen

Was sich hier vielleicht kurzweilig liest, ist kein leichter Weg. Aber ein Weg der alle anfängliche Überwindung von Skepsis und Schwierigkeiten lohnen wird. Hinnerk Polenski spricht in seinem Vortrag auch davon, die Brücke von zwei Seiten zu bauen und schließt Systeme der westlichen Psychologie ein (hier verweist er direkt auf die „Schule Reddemann„).

Sich-auf-den-Weg-machen, den ersten Schritt tun, ist der Weg zur Befreiung und letztendlich zur Heilung. Es bedeutet hier, zunächst still zu werden, anzuhalten und zu akzeptieren, dass negative Gefühle in den Gedanken und im Bewusstsein sind.

Dann geht es darum, die Schärfe und Kraft der negativen Gefühle zu mindern, indem sie fallen gelassen werden aus dem Kopf- / Schulterbereich in die „Erdmitte“ („Hara„, das Energiezentrum des Menschen in dessen Körpermitte). Dies wird durch körperbezogene Hara-Übungen erreicht, die oft mit sportlicher Betätigung verbunden sind.

Die Übung zur Achtsamkeit ist der nächste Bereich, um gewahr zu werden, den Ablauf der körperlichen und psychischen Auswirkungen erkennen zu können. Diese Basis nennt sich im Daishin Zender geerdete Weg„. – Der Inhalt des negativen, unliebsamen Gefühls bleibt, verliert aber seine unheilsame Macht.

Im nächsten Schritt geht es um die Unterbrechung, „das geerdete Herz“ und im dritten Schritt schließlich um „das verwandelte Herz„, die Transformation: „Gier wird transformiert in Verlangen, in Sehnsucht, in Herzberührung, in Vertrauen, in Einheit, in Ankommen der Vollständigkeit. Gier wird umgewandelt in Liebe – oder Hass wird umgewandelt in Frieden„. – Auf dem „Weg zum Weg“ ist der weitere Schritt das „erlöste, heilende Herz„.

Der nachfolgende Vortrag, die Belehrung von Hinnerk Polenski ist im ersten Drittel relativ leicht verständlich. In der Folge sollte er mehrmals gehört werden, um die Dimension des Angebotes, der Unterstützung für den Umgang mit negativen und unliebsamen Gefühlen wenigstens erahnen zu können, die das Daishin Zen bieten kann.

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