Entspanne dich

Einfach mal abschalten und auftanken

© Rick Harris/flickr

Little Mr. Sunshine – © Rick Harris / flickr

Vor Kurzem habe ich mich durch einen Stapel von Aufgaben gearbeitet, wobei ich kaum Zeit zur Ruhe hatte. Ich tröstete mich mit dem Wissen, dass dieser Stapel schneller kleiner wird, als dass er durch neue Aufgaben anwächst.

Manchmal kannst du wirklich spüren, was du zu tun hast, nur, weil du fühlst, was passiert, wenn du nichts machst. Es nicht zu machen bedeutet: Nimm es lockerer, schalte ab, tanke auf, leg deine Füße hoch, wirf die Last ab, entspanne dich. Denn wenn du dich nicht ausruhst, dann überforderst du dich, überlastest dich und bist schließlich vollkommen ausgelaugt. Dann bist du nicht mehr für viel zu gebrauchen – weder für dich selbst, noch für andere.

Du solltest lehren, was du lernen musst

Wenn du etwas Ruhe bekommst und ausgeruhter bist, hast du mehr Energie, mentale Klarheit, Widerstandskraft in schwierigen Situationen, Geduld, und du kannst dich auch aus ganzem Herzen um andere kümmern.

Ich habe meiner Frau versprochen, dass ich diesen Blog in Rekordzeit schreiben werde. Denn ich brauche wirklich etwas Ruhe! Und du auch.

Sage dir selbst die Wahrheit darüber, wie viel Zeit du wirklich mit Ruhe verbringst – außer dem Schlafen: nichts erreichen, nichts planen, nirgendwo hin gehen. Die Zeiten, wenn du nichts tust, mit einem Gefühl der Entspannung und Leichtigkeit. Kein Stress, kein Druck, nichts, das in deinem Hinterkopf rumort. Kein Gefühl, das noch etwas erledigt werden müsste. Zutiefst zur Ruhe gekommen.

Da kommt wahrscheinlich nicht viel zusammen – wenn es dir so ergeht, wie mir. Achte auch auf unangemessene Glaubenssätze oder Ängste in Bezug auf Ruhe – zum Beispiel, dass du deine Antriebskraft verlierst, wenn du dich ausruhst, dass du dann die Dinge nicht mehr unter Kontrolle hast, dass du andere enttäuschst und sie dich deshalb verurteilen werden.

Die Weisheit deines lieben Freundes und innersten Wesens

Stell dir mal einen freundlichen, weisen, furchtlosen Freund vor, der dir über die Schulter schaut. Er weiß, wie wenig Ruhepausen du dir gönnst, und kennt auch deine Gründe, warum du dich nicht öfter ausruhen kannst. Was wird dir dein Freund sagen? Höre genauso auf dein tiefstes Wesen und was es über dein Ausruhen zu sagen hat: Was sagt diese stille, leise Stimme in dir?

Stell dir die positiven Folgen vor, wenn du auf die Unterstützung und die Weisheit deines lieben Freundes und innersten Wesens hörst.

Entscheide dich für das, was für dich sinnvoll ist

Was kannst Du tun, um deinen Tageslauf mit etwas mehr Ruhe zu füllen, und nicht noch mehr Aufgaben auf deinen Stapel zu legen? Du kannst mehr Pausen machen oder einfach deinem eigenen Verstand helfen, weniger mit seinem Geplapper, seinen Beschwerden über dich selbst und andere oder den inneren Kämpfen beschäftigt zu sein.

    Werde dir, sobald du aufwachst, deines grundlegenden Lebenssinnes bewusst, was immer es sein mag, und ruhe in diesem gefühlten Wissen, gib dich ihm hin, so als würdest du in der warmen, wiegenden Strömung eines großen Flusses liegen.

    Nimm dir bei den Mahlzeiten eine halbe Minute Zeit, bevor du mit dem Essen beginnst.

    Sei dir der kleinen Pause zwischen dem Ende der Einatmung und dem Beginn der Ausatmung bewusst (und andersherum). Nimm diesen Raum im Laufe des Tages immer wieder wahr und ruhe darin.

    Wenn du eine Aufgabe erledigst, pausiere für einige Sekunden, bevor du mit der nächsten Aufgabe weitermachst.

    Versprich dir selbst, dass du dir jeden Tag eine Minute oder mehr Zeit nehmen wirst, um still zu sitzen und mit dir bewusst zu sein, während du nichts tust. (Das ist eine grundlegende Form von Meditation.)

    Nimm dir jeden Tag Zeitperioden, wo du vollkommen „abschaltest“ – nicht mehr beschäftigt und auch nichts und niemandem verpflichtet bist.

    Unterstütze deinen Verstand darin, zumindest zeitweise zur Ruhe zu kommen. Sag dir selbst, dass du dir später Sorgen machen, Probleme lösen oder dich aufregen kannst. Der Verstand/das Gehirn ist wie ein Muskel (die Verwendung von Willenskraft zum Beispiel verbraucht zusätzliche Glucose, wie beim Gewichtheben) und deshalb muss der Verstand/das Gehirn manchmal Pausen machen, um sich zu erholen und zu erneuern.

Und wenn du dich ausruhst, sinke wirklich in dieses angenehme Gefühl ein, und in die vielen positiven Folgen der Ruhe… spüre, wie sie auch in dich hineinsinken, wie ein warmer Regen, der auf die durstige Erde fällt.

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Creative Commons Lizenzvertrag Urheber: Arbor Verlag/Rick Hanson

Dieser Artikel stammt von Rick Hanson, Autor des Buches Das Gehirn eines Buddha. Er wurde erstmals auf seiner Website rickhanson.net unter dem Titel Rest veröffentlicht. Übersetzung: Arbor Verlag/Mike Kauschke.

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