Frieden in jedem Augenblick

Mit Achtsamkeit jeden Augenblick genießen

Thich Nhat Hanh - Jeden Augenblick geniessen

Wenn wir uns vorstellen, jetzt auf unserem Sterbebett zu liegen, woran denken wir, um wen und um was sorgen wir uns?

Erstmal wird uns diese Vorstellung vielleicht ängstlich oder ärgerlich werden lassen. Wer denkt schon an „sowas“, wenn es einem gut geht?

Eines Tages wird es soweit sein, dass wir sterben müssen, das ist mal ganz realistisch und klar. Jeder Mensch, der geboren wird, muss sterben.

Um die Zeit zwischen Geburt und Tod relativ entspannt und befreit zu verbringen, kann es sehr hilfreich sein, sich die Fünf Betrachtungen aus der Lehre des Buddha anzuschauen: (siehe auch: BuddhaProject)

    1 . Ich bin dem Altern unterworfen, ich kann dem Altern nicht entgehen.
    2. Ich bin der Krankheit unterworfen, ich kann der Krankheit nicht entgehen.
    3. Ich bin dem Tode unterworfen, ich kann dem Tode nicht entgehen.
    4. Alles, was mein ist und mir lieb, wird sich ändern und vergehen.
    5. Ich bin der Eigentümer meines Wirkens, geboren aus meinem Wirken, umgeben von meinem Wirken, getragen von meinem Wirken.
    Wie immer mein Wirken sein wird, dessen Erbe werde ich sein.

Mogeln wird uns gar nichts nützen

Der Buddha lehrte, dass wir unsere Befürchtungen und Ängste in unser Bewusstsein integrieren, also nicht – unterdrückt – im Unterbewusstsein belassen. – Unsere Befürchtungen und Ängste in diesem Leben beziehen sich hauptsächlich und tief in uns auf die Bereiche Alter, Krankheit, Tod und Getrenntwerden von unseren Lieben.

Wir kommen an jenen Befürchtungen und Ängsten auch nicht vorbei, Mogelstrategien mit Ablenkungen nützen uns auch nicht wirklich. Denn sie beeinflussen unser Hiersein, unser Leben in direkter oder subtiler Art und Weise im täglichen Denken, Sprechen und Handeln.

Wenn wir im täglichen Leben an bevorstehende Situationen denken, die uns unangenehm vorkommen, uns Angst machen, merken wir hinterher oft, dass es „gar nicht so schlimm war“, wie wir zuvor geglaubt hatten.

Mit Achtsamkeit entspannter und befreiter leben

Auf diese Erfahrung können wir bauen, wenn wir uns mit unseren tiefsten Befürchtungen und Ängsten wie Alter, Krankheit, Tod und Getrenntwerden von unseren Lieben beschäftigen. Mit Achtsamkeit können wir die Anwesenheit der Befürchtungen und Ängste in uns sehen und akzeptieren, sodass sie einiges ihrer Kraft verlieren werden. Lassen wir dann gedanklich wieder davon los, so werden die Befürchtungen und Ängste zurück in unser Unterbewusstsein „verschoben“, und zwar deutlich schwächer. Und je öfter wir in diesem Bereich unsere Achtsamkeit ausrichten, desto entspannter und befreiter wird sich uns das Leben präsentieren.

    Wenn wir Schwierigkeiten mit einem geliebten Menschen haben, fangen wir an zu streiten. Der Buddha sagt zu uns:
    Lieber Freund, liebe Freundin, schließe einen Moment die Augen. Stelle dir vor, wo du in dreihundert Jahren sein wirst. Was ist von deinem Gegenüber in dreihundert Jahren übrig? Was wird von euch beiden geblieben sein? Es ist nicht weise, zu streiten und sich Leiden zu bereiten. Alles verändert sich. Sei nicht so hart. Das Leben ist kurz.
    Wenn wir dann unsere Augen wieder öffnen, wollen wir nicht mehr streiten. Wir wollen den geliebten Menschen in die Arme schließen.
    Von Thich Nhat Hanh aus „Sei liebevoll umarmt“ – Achtsam leben jeden Tag. Ein Begleiter für alle Wochen des Jahres (Januar, Woche 6)

Die Fünf Betrachtungen dieser unserer menschlichen Daseinsängste aus der Lehre des Buddha mit Hilfe der Achtsamkeit kann der Auftakt sein für weitere Betrachtungen unseres Daseins. Zum Beispiel über die Geburt- und Todlosigkeit, ob im Sterben wirklich das Ende von Allem liegt.

Thich Nhat Hanh beschreibt in seinem Buch „Jeden Augenblick genießen„, wie wir unser tägliches Leben sowohl bei alltäglichen Aufgaben als auch bei existenziellen Fragen und Ängsten bewusster ausrichten können. Wie wir mit Hilfe von Übungen zur Achtsamkeit insgesamt ruhiger, friedvoller und glücklicher leben können.

Geburt- und Todlosigkeit und Nicht-Selbst

So können wir beim Verlust eines geliebten Menschen in der Meditation tief schauen und erkennen, dass es nicht möglich ist, zu nichts zu werden. Das alles bleibt, wenn auch in einer anderen Form. Wenn uns diese Erfahrung gelingt, berühren wir die Geburt- und Todlosigkeit und können Angst und Trauer leichter loslassen. – Allerdings erfordert diese tiefgreifende Erfahrung in unserem Dasein eine Vorarbeit mit ständigem Üben in der Meditation.

In der Folge eröffnen uns diese Erfahrungen weitere Aspekte der Lehre des Buddha. Zum Beispiel unsere falsche allgemeine Vorstellung eines eigenständigen, abgetrennten Selbst, dass wir eine individuelle Persönlichkeit seien. Im Gegensatz dazu die Einsicht des Nicht-Selbst, der Verbundenheit mit allem, die Thich Nhat Hanh als „Intersein“ bezeichnet.

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