Reise in unbekannte Welten

Mit Ayya Khema in unbekannte Welten aufbrechen

Die Reise nach innen, Herz und Geist im Einklang

Ayya Khema - Aufbruch in unbekannte Welten

Vor einigen Wochen frug mich meine Dhamma-Lehrerin: „Wohin willst du noch, wenn du doch im Grunde schon angekommen bist?

Ich mag solche Fragen, meine Antwort und die nachfolgenden Gespräche mit meiner Lehrerin gebe ich hier nicht explizit wieder.

Aber, in der Frage meiner Lehrerin steckt die Ermunterung, sich mit dem derzeitigen Leben, wie es sich für jeden Menschen höchstpersönlich darstellt, zu beschäftigen. Eine Art Bestandsaufnahme, ob das, was gedacht, gesagt, getan und erlebt wird, wirklich wichtig und richtig ist.

Die Dhamma-Lehrerin Ayya Khema hat es in einem Vortrag als „Aufbruch in unbekannte Welten“ beschrieben, wie wir Klarheit erlangen können, was wirklich wirklich und wirklich wichtig ist.

Wir sind Weltmeister

Wir sind ja „Weltmeister im Reisen“ in nahe und ferne Länder, wir kraxeln dort auf Berge, baden und tauchen in den Meeren, wollen Kultur erleben und Natur spüren. Während einer Reise gibt es viel zu sehen, eine neue, andere Welt zu erleben.

Was aber bleibt uns von solchen Reisen? – Doch nur die Erinnerung, vielleicht festgehalten auf Fotos, mehr eigentlich nicht. Sicher, die Erinnerungen sind schön und werden vielleicht mit der Dauer immer schöner. Wir sind aber längst wieder im Alltag angekommen, dem wir mit so einer Reise doch entfliehen wollten, um Kraft zu sammeln, Abstand zu gewinnen, was auch immer.

Je schöner solch eine Reise war, desto schneller wollen wir wieder losfahren oder losfliegen. Und kommen danach wieder im Alltag an – der dauernde Kreislauf. Unsere Reiselust ist auch völlig in Ordnung, außer dass sie uns nicht wirklich genügt, uns niemals wirklich erfüllen kann. Unser Geist schnattert nämlich auch dann weiter, wenn wir am schönsten Reiseziel, dem traumhaftesten Urlaubsort sind.

Der Buddha als Reiseführer und Wegweiser

Bei allem, was wir in der Welt außen von uns selbst sehen und erleben – es gibt eine Reise, die absolut erfüllend, jederzeit zugänglich und immer vorhanden ist. Auch diese eine Reise muss vorbereitet werden, es gibt auch einen Reiseführer, der heißt hier Wegweiser und ist der Buddha. Die Lehre des Buddha mit ihren etwa 84.000 Belehrungen in 45 Jahren ist sein Erfahrungsbericht, denn er selbst hat diese Reise vor gut 2.500 Jahren absolviert.

Es ist die Reise nach innen, in eine unbekannte Welt in uns. Eine Welt, mit der wir allgemein überhaupt nicht in Berührung kommen, obwohl sie in uns existiert. Eine Welt der Ruhe und des Friedens, des Lichts, der Glückseligkeit.

Voraussetzung für diese Reise ist, den Alltag fallen zu lassen, damit sich unser Geist mit Zeit für Meditation nach innen begeben kann. Und oft gelangen selbst praktizierende Meditierende nicht in jene Welt.

Zur Voraussetzung, zur Vorbereitung gehört es auch, dass wir gewillt sind zu üben, Herz und Geist in Einklang zu bringen. Und zwar täglich. Außerhalb der Dinge, die wir in der äußeren Welt nun mal zu tun haben, wie dem Lebenserwerb nachgehen, Beziehungen zu leben.

Bei dieser Reise gibt es einige Unwägbarkeiten. So sind wir leicht versucht, die Reise abzubrechen oder eine Abkürzung zu suchen. Neben der Meditation gehört deshalb die Achtsamkeit zur Voraussetzung für das Gelingen der Reise. Achtsamkeit im Alltag, bei allem, was wir tun. Wenn wir der Arbeit nachgehen, mit Menschen zusammen sind, sollten wir gut auf uns achten. Ohne zu werten sollen wir wissen, was wir denken, empfinden und wie wir handeln. Das ist nicht immer so einfach, wie es hier beschrieben ist. Denn wir müssen uns quasi aus einer etwas ungewohnten Perspektive beobachten, uns einen Spiegel vorhalten.

Ansporn zur Weiterreise, Liebesfähigkeit entfalten

Allein wenn unser Geist mit Hilfe der Achtsamkeit tagtäglich bei der Sache bleibt, wird das Leben schon leichter. Dies erweist sich als ein erster Ansporn zum Weiterreisen.

Im weiteren führt diese Reise dann zu unserem wahren Herz, zu unserer Liebesfähigkeit, die in uns ist. Reine Liebe, die nichts (mehr) damit zu tun hat, ob da jemand ist, der besonders liebenswert ist oder ob wir wieder geliebt werden.

Wir reisen in der Folge weiter, und zwar nicht, um die Welt zu beglücken. Sondern wir üben, um erst einmal in uns Glück, Ruhe, Freude und Frieden zu ermöglichen.

Dualistisches Denken überwinden

Weitere Stationen und Sehenswürdigkeiten, Erlebenswürdigkeiten auf unserer Reise ins Unbekannte in uns sind neue Bewusstseinsebenen. Hier werden wir erleben, dass das, was in der äußeren Welt so bedeutsam daherkommt, im Grunde keine Bedeutung hat. Wir werden die Dualität überwinden, das Bekommen-Wollen, das Loswerden-Wollen. Unser Geist wird bemerken, dass Schlafen, Essen, Trinken, Konsum, Sex, Erfolg nicht alles sein kann, was unser Leben ausmacht. Dass es einen spirituellen Weg gibt, der uns zu Glück, Zufriedenheit, Licht und Freude führt. Ein Weg, auf dem unser Ego eine immer geringere Rolle spielen und das Leben leichter wird.

Entzückendes Empfinden und Selbstdisziplin

Viele von uns haben solche Erlebnisse in Augenblicken bereits erfahren. Ein entzückendes Empfinden bei einem Sonnenaufgang, einem Sonnenuntergang oder vielleicht während einer Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Immer dann, wenn wir uns in diesen Erlebnissen quasi aufgelöst haben und eins mit allem geworden sind. – Dieses Potential schlummert in jedem Menschen und kann unter ständigem Üben entwickelt und entfaltet werden.

Selbstdisziplin, dieser etwas angestaubte Begriff, ist ein Schlüsselwort. In der Meditation kümmert sich der Geist nicht mehr um den Alltag und die Welt um uns herum. Der Geist geht nach innen und kommt zur Ruhe, wie unser Körper beim notwendigen Nachtschlaf zur Ruhe kommt und neue Kraft schöpfen kann.

Wir werden die Welt schließlich sehen, wie sie ist und die Reise fortsetzen, durch das Tor zur Wunschlosigkeit in eine weitere Welt gelangen. Dies wird in einem der nächsten Beiträge Thema sein.

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