Senkung der Arbeitsmoral

Frohes Schaffen – Ein Beitrag zur Senkung der Arbeitsmoral

Schnell weg da, weg da, weg – wir haben keine Zeit“ … so sang Hermann van Veen vor einigen Jahren. „Schnell“ und „weg„, weil wir arbeiten müssen – müssen? Wirklich? – Vielleicht sollten wir uns darauf besinnen, was uns Arbeit bedeutet, was sie mit uns anrichtet, ob wir mit Arbeit glücklich sind, ob unsere Arbeit irgendwie sinnhaft ist, wem unsere Arbeit dient?

Genug der Fragen, obwohl der Begriff „Arbeit“ ja erstmal definiert werden müsste. – Gemeint soll hier jene Arbeit sein, die wir normalerweise abhängig beschäftigt verrichten, gegen Bezahlung in Form von Lohn von einem Arbeitgeber, für den wir etwas erbringen … Und mit dem Lohn wollen wir dann „leben“ – oft in Form von Ablenkung durch Konsum und Zerstreuung, um schließlich die Arbeit ertragen zu können. – So bekommen wir früh als Kinder gelehrt, dass Arbeit notwendig sei, um wer zu sein – um wer zu sein?. Und wer nicht arbeiten kann, der kann, soll oder darf nicht teilhaben an dieser Gesellschaft?

Was für eine Moral steckt dahinter, welcher Glaube hat uns das eingeflößt? – Vielleicht haben uns diese Moral und solcher Glaube inzwischen wirklich derart verblödet, dass wir das Leben nicht mehr wirklich erleben und leben können?

Im Rahmen der Sendereihe „Das Kleine Fernsehspiel“ im Zweiten, wurde Frohes Schaffen – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral gezeigt. Ein intelligent gemachter Film mit Antworten auf die Frage, ob wir wirklich „froh schaffen„:

„Frohes Schaffen – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral“

(Quelle: http://www.zdf.de/das-kleine-fernsehspiel/frohesschaffen-33131374.html )

„Der moderne aufgeklärte Mensch ist nicht frei von Irrglauben und geistigem Zwang. Er hat längst einen anderen Gott erwählt – die Arbeit. Arbeit ist Sicherheit, Selbstbestätigung, Existenzberechtigung. Sie ist eine Sucht, ein Fetisch, ein Mantra, das uns tagtäglich umgibt. In Zeiten von Wirtschaftsboom und rasantem Arbeitsplatzabbau hinterfragt „Frohes Schaffen“ diesen „heiligen“ Lebenssinn der Arbeit.

Regisseur Konstantin Faigle begibt sich auf eine Reise zu den Wurzeln unseres Arbeitsbegriffs. Er besucht die Stätten des Arbeitsglaubens und dessen Niedergangs. Er fährt ins Ruhrgebiet zu den letzten „heiligen“ Bergarbeitern und zum geschlossenen Nokia-Werk. Er begutachtet in Hamburg ein virtuelles Übungskaufhaus, eine Aktivierungsmaßnahme für Langzeitarbeitslose.

Und in den USA besucht er unter anderem einen kalifornischen Ein-Mann-Fernsehsender, der seine Beiträge komplett via Internet auf den Philippinen schneiden lässt. Zu Wort kommen zahlreiche Experten wie der amerikanische Sozialhistoriker Prof. Benjamin Hunnicutt, der US-Ökonom Jeremy Rifkin, der Philosoph und Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon, Soziologin und Buchautorin Marianne Gronemeyer sowie Tom Hodgkinson, britischer Experte für Muße, Genuss und Gelassenheit.

Parallel dazu geht der Film in kleinen, inszenierten Szenen mit Humor und Tiefgang unserer deutschen Arbeitswelt auf den Grund: Er beobachtet Werner Kraft, einen gut verdienenden, aber ausgebrannten Ingenieur. Er zeigt Hartmut Breuer, einen einsamen deutschen Rentner, und Marion Weber, eine emanzipierte Freelancerin ohne Aufträge.

Und während Herbert Stollberg-Naue noch die Vorzüge seines Sozialversicherungsfachangestelltendasei­ns genießt, führt Jochen Picht schon längst das Leben eines glücklichen Müßiggängers. Eine wunderbar ketzerische, filmische Reflektion – unterhaltsam, humorvoll und zugleich tiefgründig.“

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