Wenn Banker weinen müssen

Charles Eisenstein – Ökonomie der Verbundenheit (Sacred Economics)

Ökonomie der Verbundenheit - Charles Eisenstein

Was könnte uns spätestens auf dem Sterbebett tief empfundene Freude bereiten, aus der wir im Frieden loslassen können? – Vielleicht die Erinnerung daran, dass wir im Laufe des Lebens aus tiefem Herzen geschenkt haben – und was wir angesichts des Todes anderen Menschen noch schenken können.

Charles Eisenstein hat mit seinem Buch „Ökonomie der Verbundenheit“ sein Herz sprechen lassen …

Geld auf eine schöne und lebendige Art und Weise zu nutzen, ist das Credo von Charles Eisenstein. Das steht natürlich noch im krassen Gegensatz zu dem, wie wir allgemein in dieser konsum- und anhäufungsdominierten Welt des noch real existierenden Kapitalismus denken und leben.

Reden wir über Geld, Fülle, Schenken und Kreativität

Charles Eisenstein beschreibt eine heilige Ökonomie, in der wir mit den Naturgesetzen im Einklang leben und wirtschaften und unseren Reichtum mit anderen teilen. Sein Konzept ist so simpel, dass es jedes Kind versteht:

Ich habe mehr Geld, als ich nutzen kann, also werde ich es jemand anderem geben, der es nutzen kann.“ Die Aufgabe eines Bankangestellten oder Vermittlers bestünde darin, zu schauen, wer diese Schenkung von Geld auf eine schöne Art und Weise zum Wohle aller fühlenden Wesen nutzen kann. Einem Banker, dem Charles Eisenstein auf einer Konferenz davon erzählte, stiegen Tränen in dessen Augen – Tränen des Wiedererkennens des Wesenskerns seiner eigentlichen Berufung.

Kein Geld, wenig Geld, viel Geld – Angst regiert die Welt

Mit Geld kommen wir doch schon alle nicht mehr wirklich zurecht. Wer nichts oder nicht viel davon hat, sorgt sich um seine Existenz und die seiner Lieben, möchte vor allem satt werden, Kleidung haben und ein Dach über dem Kopf. Wer meint, viel Geld zu besitzen, kommt auch nicht klar. Denn über Nacht kann es „weg“ sein, zumal es meistens nur in Form von Buchgeld auf Kontoauszügen existiert. Buchgeld, dass die Banken dieser Welt aus dem Nichts geschöpft haben, und damit die ganze Welt in Aufruhr versetzen. Eine inzwischen zutiefst unmenschliche und vor allem unnötige Aufruhr.

Diese Wirtschaftsstrukturen, eingebettet in ein abstraktes und verlogenes Finanzsystem haben die Menschen vom Rest der Schöpfung getrennt. Charles Eisenstein ist bei allem Optimist, sieht er doch in jeder Hässlichkeit und Korruption in den Institutionen innerhalb unserer Zivilisation den Keim für etwas Schönes, bei dem Geld keine Ausnahme sei. So habe Geld im ursprünglichen Zweck als Mittel gedient, zwischen den Fähigkeiten und Bedürfnissen von Menschen zu vermitteln, damit alle in größerem Wohlstand leben können. – Mittlerweile schaffe Geld aber Knappheit statt Fülle und Trennung statt Verbundenheit.

Geld als Schenkmittel – Untergang des jetzigen Finanzsystems

Mit dem sich bereits abzeichnenden Untergang der derzeitigen Wirtschaftsstrukturen und deren Finanzsystem sieht Charles Eisenstein bereits erste zaghafte Geburtswehen einer globalen Wirtschaft, die „das Geld wieder heilig machen wird„. Geld werde in Zukunft nicht mehr Tauschmittel sondern Schenkmittel sein und so auch die Funktion des Hortens und „Vermehrens“ durch müheloses Schöpfen, Aufbewahren und „Zinsen-generieren“ verlieren. So werden die Dinge und Fähigkeiten, wird Arbeit schließlich wieder in eine Beziehung gesetzt, deren Wert erkannt und gewürdigt, im Einklang mit den Naturgesetzen des Universums.

Keine Nahrung für die Angst – Klammern wird nichts nützen

Nutzlose Dinge, sinnlose Arbeit, die den Planeten Erde als unsere Lebensgrundlage derzeit kontinuierlich zerstören, werden nicht mehr produziert, nicht mehr nachgefragt. Machtstrukturen werden – anfangs – leidvoll zerbrechen und angstgesteuertes Handeln findet keine Nahrung mehr, was jetzt bereits zu schweren Krisen in der relativen Wirklichkeit führt. Für Charles Eisenstein sind diese Krisen in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen von Erziehung, Bildung, Gesundheit, Energie, Klima, Politik und Umwelt unvermeidbar, und sie werden in unser aller höchstpersönliches Leben eindringen. Alles Klammern an die Sehnsucht des vormaligen Normalzustands wird nur mehr Schmerz mit sich bringen.

Verbundenheit mit allem erkennen

Charles Eisenstein sieht aus „unseren Herzen“ die Geburt einer neuen Art von Gesellschaft, die dem Mensch-Sein sehr viel zuträglicher sein wird, weil wir eine andere Wahrnehmung und eine Beziehung zur Verbundenheit mit allem erkennen und kultivieren werden. Für ihn ist diese schönere Welt bereits in unseren Herzen angelegt, während uns unser Verstand immer noch die anderen Geschichten von Getrenntsein, Gewinnmaximierung, Macht und Angst erzählen möchte. Charles Eisenstein hat mit dem Verstand auf sein Herz gehört und sein Buch „Ökonomie der Verbundenheit“ geschrieben, weil

    mein Herz weiß, dass eine Wirtschaft und eine Gesellschaft von einer solchen Schönheit möglich sind, und wir können sie hervorbringen – alles andere ist unserer nicht würdig. Sind wir so gebrochen, dass wir uns gar nicht zutrauen, eine heilige Welt anzustreben?

Im nachfolgenden Vortrag „Geld & Zeitenwende“ spricht Charles Eisenstein über Aspekte von Geld, die den meisten Menschen nicht bewusst sind:

Sacred Economics with Charles Eisenstein – A Short Film

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