Wie Glück entsteht

Wachstum als Sinn des Lebens

Betrachtung und Übung mit Zen-Meister Hinnerk Polenski

Weg im Park

Leben ist Wandel, Veränderung, vergäng- lich, Leid behaftet und leer. (Siddhartha Gautama, Shakyamuni Buddha).

Im Alltag bewegen wir uns in unseren Rollen und im Rahmen dieser Gesellschaft in Berufen und Beziehungen zu anderen Menschen. Manchmal oder öfter beschleichen uns Gefühle der Sehnsucht, der Unruhe und Hektik, des Leidens, der Traurigkeit – und wir wollen diese Gefühle in unserer äußeren Welt zur Ruhe bringen, befrieden.

Wir sind dann angetrieben, wir essen (zu) viel oder haben viele Beziehungen, wir bewegen uns auf unzähligen Ebenen und Schauplätzen, machen Karriere, fahren schnell mit unseren Autos, reisen überall hin in den Urlaub, kaufen dies und das zur Erholung. – Wir suchen das Glück in der Zerstreuung, plaudern im ewigen Small Talk.

    Es gibt keinen Spazierweg zum Glück,
    ihr findet da draußen nicht irgendetwas,
    was euch wirklich glücklich macht.
    – (Syobu Sensei)

Näher anschauen, tiefes Schauen

Wir machen dabei viele Erfahrungen, die uns als Menschen ausmachen und stellen irgendwann fest, dass diese Unzufriedenheit, diese Unruhe, diese Sehnsucht, die Traurigkeit oder das Leiden trotzdem bleiben, meistens tief in uns. Und an bestimmten Punkten und Wendepunkten unseres Lebens tauchen sie wieder auf, quasi zur Erinnerung, dass da noch etwas ist, was wir uns näher anschauen könnten.

Der Impuls zum „Näher anschauen“ zeigt die Energie des Lebens in uns, das wachsen will und nicht stehen bleiben. So können wir im Außen noch so oft und viel schauen, das Glück werden wir dort nicht wirklich, nicht dauerhaft finden.

Das Glück außerhalb von uns selbst zu suchen, ist, wie in einer nach Norden gerichteten Höhle auf die Sonne zu warten. (Tibetische Lebensweisheit)

Wenn wir ohne Bauplan, ohne Betriebsanleitung der Energie des Wachstums in uns Raum geben, werden wir unsere wahre Natur entdecken. Wir müssten hierfür nur eine Entscheidung treffen, die sich banal liest, nämlich glücklich zu sein. Diese Entscheidung ist jedoch keineswegs banal, denn in der Folge müssen wir dann üben und lernen, unseren Gedankenstrom anzuhalten …

    Es gibt keinen Weg zum Glück, Glücklich-Sein ist der Weg. (Buddha)

Momente des Anhaltens, grundlos glücklich sein

In Momenten des Anhaltens, des Innehaltens, der tiefen Stille werden wir das Glück spüren. Unser Verstand erzählt uns nämlich fortwährend Geschichten aus der Vergangenheit und in die Zukunft gerichtet, wir können ohne Übung das Denken nicht einfach stoppen. – Wenn uns dies aber zum ersten Mal gelingt, die tiefe innere Stille sich in uns öffnet, sehen wir hinter den Gedanken, hinter den Gefühlen und Körperempfindungen die wahre Schönheit, spüren unser wahres Herz, erleben Frieden. Wir erfahren Liebe, ohne zu sollen, ohne zu müssen. Wir erfahren, was es bedeutet, grundlos glücklich zu sein.

Eine solche Erfahrung, das Erlebnis, grundlos glücklich zu sein, wird leider nicht zum Dauerzustand. Denn das Leben im Alltag, in der äußeren Welt geht ja weiter, mit all seinen Anforderungen an unsere Rollen. Aber, einmal erfahren, bestehen gute Aussichten, Wachstum in uns zu kultivieren und mit Übung zum Zustand des Glücklich-Seins im gegenwärtigen Moment immer wieder zurück zu kehren.

Zen-Meister Hinnerk Polenski gibt im nachfolgenden Video Einblick in den Zen-Weg, um das Wachstum als Sinn des Lebens in uns zu fördern, Glück zu erlangen. Hinnerk Polenski lehrt diesen Weg anschaulich und unpathetisch.

Glück ist nichts, was man herstellen oder wiederherstellen könnte. Glück passiert, aber wenn man es halten oder zurückgewinnen möchte, ist es weg. – Chögyam Trungpa (Gründer der Naropa University)

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