Wie Ideen Feuer fangen

und warum Gefährten dazu wichtig sind

Buddhastatue Rigpa Berlin

Im Hier und Jetzt haben wir genau dieses Leben, das wir entweder in Begrenztheit oder in Fülle leben können. Es ist unser höchstpersönlicher Weg, auf dem wir alles finden, auf dem wir uns entscheiden können.

Der Buddha hat mit den Vier Edlen Wahrheiten gelehrt, dass unser Leben grundsätzlich Leiden bedeutet – und wie wir das Leiden überwinden können …

Sagen wir, du hattest eine interessante Idee, einen Moment der Inspiration oder den Gedanken an ein neues Projekt und das Gefühl des Enthusiasmus stieg in dir auf. Deine Vorstellungen sind noch nicht voll ausgeformt und du hast dich noch nicht ganz dafür entschieden, aber sie sind vielversprechend und du magst sie und du probierst sie aus.

Creative Commons Lizenzvertrag Urheber: Arbor Verlag/Rick Hanson

Und dann?

Wenn ein Familienmitglied oder ein Freund in neutraler oder positiver Weise reagiert, fühlst du dich gut, unterstützt und energetisiert – selbst dann, wenn sie einige praktische Fragen stellen. Aber wenn derjenige eine eher negative Antwort gibt, sich auf Probleme, Hindernisse und Risiken fokussiert, fühlst du dich zumindest etwas herabgesetzt und vielleicht auch missverstanden, schlecht gemacht oder sabotiert – egal, wie berechtigt seine Einwände sind.

Nimm dir einen Moment Zeit, um darüber nachzudenken, wann dir das passiert ist … egal, ob als Kind oder als Erwachsener.

Das Feuer der anderen

Das funktioniert auch andersherum. Wenn jemand mit einer Idee, Begeisterung oder einem Vorhaben zu dir kommt, und du ihr Feuer mit Zweifeln und Einwänden erlischst, werden sie sich nicht gut fühlen. Punkt. Und sie werden sich dir in Zukunft vielleicht nicht mehr öffnen.

Nimm die einen weiteren Moment, um zu überlegen, ob das in einigen deiner Beziehungen der Fall gewesen sein könnte.

Stehst du hinter deinem eigenen Spiel?

Und in deinem Kopf funktioniert es genauso. Wenn du kaltes Wasser über deine eigenen Hoffnungen und Träume gießt, dann lebst du vorsichtig zwischen den vorgegebenen Linien. Du wirst nie wissen, welche Wärme und welches Licht, du hättest verbreiten können, wenn du zugelassen hättest, dass deine Ideen Feuer fangen.

Bist du ein Cheerleader für deine eigene Mannschaft? Oder bist du zu schnell mit Zweifeln, Grenzen, Kostenanalysen, Gründen, warum es nicht geht, zur Hand? Was für ein Leben würdest du führen, wenn du nie dein Spiel oder das eines anderen verderben würdest?

Hier ein paar passende Tipps, wie du auf die (auch tollkühnen) Ideen anderer oder auf deine eigenen Inspirationen und deinen eigenen Enthusiasmus reagieren kannst. Du kannst sie ebenso nutzen, um dich zu schützen, wenn jemand dein Spiel stören will.

    Achte auf jeden Rückzug, jedes Neinsagen oder Verderben der Stimmung, wenn du oder jemand anderes sich für etwas glücklich begeistert.

    Sei dir deiner persönlichen Geschichte mit deinen Eltern oder anderen bewusst, die in eine erhobene Stimmung oder eine Art Größenwahn gerieten, was zu Schwierigkeiten führte. Und mache dir bewusst, wie diese Geschichte, deine Reaktionen auf Menschen und Situationen heute beeinflussen könnte. Denn heute ist die Situation eigentlich ganz anders.

    Erinnere dich daran, dass du immer noch Nein sagen kannst.

    Mit anderen Worten, nur weil eine neue Idee auf dem Tisch liegt, bedeutet es nicht, dass du gezwungen bist, danach zu handeln. Du kannst in deine Fähigkeit vertrauen, die Idee umfassend zu untersuchen – selbst wenn du und andere vollkommen begeistert davon sind – und gleichzeitig wissen, dass du immer noch die Entscheidung hast.

    Es ist in Ordnung ruhig zu sein, Raum zu lassen, oder sogar zu schweigen.

    Es ist in Ordnung sich Zeit zu nehmen, damit die Dinge auslüften können und Form annehmen, bevor du reagierst. Selbst wenn du tief innen denkst, dass die Idee verrückt ist, katastrophal oder noch schlimmer – dann musst du oft gar nichts sagen und sie wird von selbst in sich zusammenfallen.

    Wenn du kommunizierst – mit dir selbst und mit einem anderen Menschen – versuche mit dem zu beginnen, was wahr und nützlich ist in dem, was jemand ausbrütet. Oft ist es gut, bei dem zu bleiben.

    Wenn du Zweifel hast, ist es meist am besten, wenn du sie zur rechten Zeit äußerst und wenn der andere sie hören will.

    Ignoriere diesen Hinweis, wenn es einen wichtigen Grund dafür gibt. Die Zweifel sollten sich auf die Sache selbst beziehen; wenn zum Beispiel die Kosten einer Idee einige hundert Euro betragen, dann sollten deine Sorgen bei allen berechtigten Bedenken nicht den Geist der Armut im Alter beinhalten.

    Sieh deine Familie und Freunde an. Sieh dich selbst an.

    Welche Spiele – welche Sehnsüchte des Herzens, große Träume, aufgeschobene Verheißungen, verrückte Ideen, die vielleicht doch wahr werden könnten – brennen darauf, zu beginnen?

    Was könntest du jetzt tun, um ihnen den Weg zu öffnen?

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Dieser Artikel stammt von Rick Hanson, Autor des Buches Das Gehirn eines Buddha. Er wurde erstmals auf seiner Website rickhanson.net unter dem Titel Don’t rain on the parade veröffentlicht. Übersetzung: Arbor Verlag/Mike Kauschke.

Vergangenes Jahr erschien Rick Hansons neue Hörbuch-CD Das gelassene Gehirn eines Buddha. Es ist ein Stress-Schutz-Programm für unser Gehirn und kann uns helfen, uns von Gereiztheit, Sorgen und Überforderung zu befreien.

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